„Der Staat in der Republik: Eine wahre Geschichte von Opfern und Tätern“ – René Münch liest aus seinem Buch
„Seit ich denken und handeln kann, ist es laut in meinem Kopf“
„Die Hälfte meines Lebens habe ich nun geschafft – oder auch nicht -, wer weiß das schon so genau. Mein Kopf ist immer voll von Erlebtem, das es zu verarbeiten gilt. Mein innigster Wunsch ist es, dies zumindest ein wenig mit diesem Buch zu schaffen. Ich habe mich dazu entschieden, meine Geschichte aufzuschreiben, um das Erlebte zu verarbeiten, und wenn es nur ein kleiner Schritt ist, der mich dem hellen Licht am Horizont näher bringt.“
Dies sind Zeilen von René Münch, die er dem gespannten und aufmerksamen Puplikum vorträgt. Es sind Zeilen, die helfen sollen Erlebtes zu verarbeiten. Geboren wurde er 1962 im Haftkrankenhaus Klein-Meusdorf bei Leipzig.
In seinem Buch schreibt der Dresdener über seine Kindheit und Jugend in DDR-Heimen. Aufgrund des einem Republikfluchtversuch der Mutter kommt er ins Dauersäuglingsheim und später wird er in das Vorschulheim verlegt. Er fühlt sich einsam und verloren in dem großen Schlafraum und beginnt zu weinen. Dafür wird er getadelt und in einen fensterlosen Raum gebracht.
Es sind traumatische Erlebnisse wie diese, die die Stimmen in seinem Kopf, welche der 52jährige heute noch hört, lauter werden lassen. Mit sieben Jahren soll er wieder ins Elternhaus eingegliedert werden. Die Jugendhilfemaßnahme scheitert, und der Stiefvater misshandelt das Kind. Erneut kommt er in Heimerziehung. Mit 18 Jahren soll er sich dann plötzlich ganz alleine zurechtfinden. Es ist eine Mischung aus lang ersehnter Freiheit und dem Kampf seinen Platz im Leben zu finden, indem gleichzeitig das Erlebte, die traumatischen Erinnerungen und das Chaos in seinem Kopf verarbeitet werden muss.
René Münch findet in der Malerei eine Möglichkeit der Verarbeitung. Und nun teilt er seine Geschichte mit der Öffentlichkeit, um aufzuklären und anderen, die ähnliches erlebt haben zu zeigen, dass sie nicht alleine sind.

